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Revolutionäres Mazda Farbdesign: Farben bringen Formen in Bewegung

  • Kunst und Kult: Mit unkonventionellen Farben schreibt Mazda seit 1938 Designgeschichte
  • Farbschemen, die Fahrspaß versprechen: Vom Mazda R360 Coupé zum Mazda MX-5 und MX-30
  • Farbformel für Dynamik: Die Takuminuri Lackiertechnik füllt das moderne Kodo Design mit Leben

Expressiv, elegant und bewegend in Form gebracht sind die aktuellen Mazda Modelle fast immer vorn dabei, wenn besonders gelungenes Produktdesign preisgekrönt wird. Das liegt an der einzigartigen Mazda Designphilosophie Kodo – Soul of Motion und an kunsthandwerklich kreierten Farben in charakteristischem tiefem Glanz, mit denen die dynamischen Formen erst ihre ganze Schärfe und schlichte Schönheit entfalten können. Tatsächlich arbeiten bei Mazda schon seit 1938 Farbdesigner und Meisterlackierer an farblicher Perfektion, die Menschen immer neu auf emotionaler Ebene anspricht.

War es damals zuerst der Mazda Type GA Green Panel Truck, der durch eine leuchtend-grüne Signallackierung positive Emotionen ins nüchterne Nutzfahrzeugsegment brachte, folgte 1960 das R360 Coupé als avantgardistisch gezeichneter Kleinstwagen und erster Mazda Serien-Pkw. Zum meistverkauften Modell im japanischen Kei-Car-Segment avancierte das agile Mazda Coupé auch durch aufwändige zweifarbige Lackierungen. Besonders das Farbschema aus weißem Karosseriekörper und burgunderrotem Dachaufbau betonte die elegante und dynamische Linie des winzigen Fahrspaßgaranten, der damit sofort Kultstatus errang. Für Mazda heute Anlass, zum 100-jährigen Bestehen des Unternehmens streng limitierte Sondermodelle auf den Markt zu bringen, die an das markante Zwei-Farben-Schema des R360 Coupé erinnern. Der aktuelle Mazda MX-5 und der neue elektrische Mazda MX-30 teilen sogar das burgunderrote Dach mit dem R360 Coupé.

Selbstbewusst ging Mazda schon vor 60 Jahren mit buntem und kunstvoll kreiertem Farbdesign eigene Wege, denn das alternativ auch in Himmelblau oder leuchtendem Rot lieferbare R360 Coupé differenzierte sich nachdrücklich vom in Asien verbreiteten einheitlichen Weiß. Die Formgestalter bei Mazda entwickelten nicht länger nüchternes Industriedesign, sondern Linien und Lackierungen, die schon beim Anblick stillstehender Automobile ein Gefühl von Begeisterung und Vorfreude aufs Fahrvergnügen hervorrufen. Deshalb machte Mazda die in den 1960er Jahren noch exklusiven, meist golden oder silbern schimmernden Metallic-Lackierungen erschwinglich für Kompakt- und Mittelklassemodelle. So zeigte sich der Mazda Luce ab 1966 wahlweise in tief glänzender Goldbronze-Zweischicht-Lackierung oder alternativ in stark reflektierendem Silber, das im Auge der Betrachter kontinuierlich in Bewegung scheint. Nicht ohne Grund gelten silberne Autos seit den 1930er Jahren als sportlich und schnell. Eigenschaften, die durch je nach Markt ohne Mehrkosten konfigurierbare Silber-Metallic-Lackierungen auf den Mazda Luce übertragen wurden. Betonten die brillanten Lackfarben doch die scharfen Linien dieser Limousine, die auf einen Entwurf des italienischen Stardesigners Bertone zurückging und als eines der ersten wirklich weltweit erfolgreichen Mittelklassemodelle aus Japan reüssierte.

Konsequent Reinweiß präsentierte sich dagegen 1967 der Mazda Cosmo Sport 110 S als erstes Serienfahrzeug mit Zwei-Scheiben-Kreiskolben-Motor. Die weiße Farbgebung hob die futuristischen Formen des Supersportwagens hervor, vor allem aber war Weiß nach dem FIA-Reglement damals offizielle Rennfarbe für japanische Motorsportteams. Tatsächlich sollte der Mazda Cosmo Sport 110 S seine Zuverlässigkeit und sein sportliches Potential ab 1968 erfolgreich in Langstreckenrennen unter Beweis stellen. Auch bei produktionstechnischen Revolutionen in der Lackiertechnik fährt Mazda immer vorweg. Waren es in den 1960er Jahren frühe Alkydharzlacke und neue Trockenkabinen, die besonders beständige Lackqualitäten bei Mazda Modellen bewirkten und insbesondere das damals verbreitete Auskreiden mit Glanzverlust vermieden, zählte Mazda in den 1970er Jahren zu den Pionieren bei der Installation von Elektrotauchlackierungen, die in Karosseriehohlräumen effektiven Korrosionsschutz bieten. Für Furore in der etablierten Kompaktklasse sorgte 1977 der erste Mazda 323. Dies nicht nur durch europäisch anmutende Couture mit schickem Schrägheck und großer Klappe, sondern auch durch die dazu passenden bunten Farben. Töne wie Grand-Prix-Rot, Maisgelb, Muskatgrün, Impulsblau oder das schimmernde Sunbeam-Silber Metallic brachten neue Akzente ins Straßenbild und Mazda 323 Concept Cars in aufregenden Kompositionen zeigten Art-Car-Qualitäten.

Auch der Erfolg des Mazda MX-5, meistverkaufter Roadster aller Zeiten und Marken-Ikone, wurde durch farbenfrohe Ausstattungen und immer neue Sammlereditionen in Sonderlackierungen beschleunigt. Die Beliebtheit des Kult-Roadster steigerten vor allem emotionale Editionen wie „British Racing Green" (1991), „SunRacer" (1995) in Mica-Gelb oder Satinsilber inklusive passendem Kinderauto, „Bicolor" (1996) mit rotschwarzen Ledersitzen, „Black & White" (2006) mit weißer Metallic Lackierung und schwarzem Lederinterieur, „Karai" (2011) in scharfem Metisgrün oder MX-5 „30th Anniversary" (2019) in auffälligem Racing Orange.

Bis heute zählt das Lackieren zu den aufwendigsten Arbeitsphasen in der Automobilproduktion. Ganz besonders gilt dies, wenn es sich um die in dieser Form einzigartigen Mazda Drei-Ton-Metallic-Lackierungen handelt. Während eine konventionelle Karosserielackierung nur aus der Grundfarbschicht und einer klaren Beschichtung besteht, nutzt Mazda eine Drei-Schicht-Struktur aus Reflexionsschicht, lichtdurchlässiger Schicht und klarer Abdeckschicht, die so die kraftvolle Dynamik der Mazda Designsprache Kodo – Soul of Motion unterstreicht. Mazda nennt die neue Lackiertechnologie „Takuminuri", ein Begriff, der sich aus „Takumi" (geschickter Handwerker) und „Nuri" (Lackierung) zusammensetzt. Durch das Takuminuri Verfahren gelingt es erstmals in der Großserienproduktion eine Lackierung mit einer Struktur aufzutragen, die wirkt, als sei sie von Hand auf ein Konzeptfahrzeug aufgetragen worden.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Sonderlackierung in der emotionalen Farbe Magmarot Metallic, in der sich auch der elektrische Mazda MX-30 konfigurieren lässt. Jede der drei aufgetragenen Farbschichten erfüllt unterschiedliche Funktionen: Durch den Einsatz heller Aluminiumflocken wird die untere Grundierung als Reflexionsschicht genutzt, während die darüber liegende Farbschicht durchlässig ist mit hochgesättigter roter Pigmentierung. So kann das Licht durch die obere Schicht scheinen und trifft dann mit roter Tönung auf die untere Grundierung, von wo es von den Aluminiumflocken reflektiert wird. Im Ergebnis erscheinen stark illuminierte Fläche in einem tiefen, intensiven Rot, das wie die Sonnen von innen zu strahlen scheint; dagegen wirken schattierte Flächen schwärzlich. Dieses Wechselspiel verleiht dem dynamischen Kodo Design zusätzliche Lebendigkeit.

Wer den über 80-jährigen Pioniergeist von Mazda im automobilen Farbdesign in Augenschein nehmen will, sollte die Ausstellung von Mazda Classic – Automobil Museum Frey besuchen. Das einzigartige Mazda Museum in der Augsburger Innenstadt zeigt alle farbigen Ikonen, vom bunten Dreirad-Transporter über den brillant glänzenden Mazda Luce, den weißen Cosmo Sport 110 S, rare MX-5 Roadster-Editionen bis zum modernen Mazda, der im Takuminuri Verfahren lackiert wurde. Über Öffnungszeiten und Exponate informiert das Museum unter www.mazda-classic-frey.de oder über www.facebook.com/MazdaClassicFrey.